Bildung neu gedacht: Vom Remoteunterricht zum hybriden Lernen

Christian Wenzl

Christian Wenzl

Education Lead

Lesezeit, 6 min.

Die COVID-19-Pandemie hat eine Ideenflut der betroffenen Gruppen ausgelöst, die sich allesamt mit der Frage beschäftigen, wie Bildung neu gestaltet werden kann. Dabei wird insbesondere darüber diskutiert, wie sich die durch die Pandemie neu entstehenden Möglichkeiten am besten nutzen lassen. Nun muss es darum gehen, die einzelnen Meinungen bzw. Erfahrungen zusammenzuführen und konkrete Handlungsansätze für ein besseres Lern- und Lehrerlebnis und eine effektivere Methodik zu entwickeln.

Wir freuen uns, Ihnen unser neues Positionspapier „Bildung neu gedacht: Vom Remoteunterricht zum hybriden Lernen“, ein gemeinsames Projekt von Microsoft und New Pedagogies for Deep Learning vorstellen zu können. In unserem Positionspapier zeigen wir, dass die Lösungen auf der Hand liegen. Wir haben die Möglichkeit, kreative Antworten auf die drängendsten Fragen zu finden und aus dieser Erfahrung zu lernen. So können wir unser Bildungssystem nachhaltig verändern.

Die Lösungen liegen auf der Hand. Wir haben die Möglichkeit, kreative Antworten auf die drängendsten Fragen zu finden und aus dieser Erfahrung zu lernen. So können wir unser Bildungssystem nachhaltig verändern. @NewPedagogies #NPDL @Joannequinn88…

Wir erläutern in einem Drei-Phasen-Plan, wie wir von der momentanen Krise ausgehend das Bildungssystem für die Zukunft fit machen:

Phase 1: Disruption beschreibt die unmittelbaren Reaktionen und die Lehren aus den ersten Monaten der Schulschließungen. Diese Phase gliedert sich wiederum in drei Zonen mit unterschiedlichen Herausforderungen für die einzelnen Bildungssysteme: Unruhezone, Lernzone und Wachstumszone (siehe Seiten 3–4 des Positionspapiers). Die Übergänge zwischen den einzelnen Zonen sind dabei fließend und nicht immer klar definiert, doch jede Zone legt jeweils offen, wo Handlungsbedarf für Institutionen und Individuen besteht.

Phase 2: Übergang beschreibt Strategien für die Wiedereröffnung anhand der Hilfe zur Wiedereröffnung von Schulen, während die Pandemie noch für Unsicherheit sorgt. Bei der allmählichen Wiedereröffnung von Schulen ist Flexibilität gefragt, da der neue Normalzustand sowohl Remote- als auch Präsenzunterricht umfassen kann. Die vier entscheidenden Handlungsvorgaben der Übergangsphase lauten:

  • Berücksichtigung des Wohlbefindens
  • Analyse gewonnener Erfahrungen
  • Gewährleistung sicherer Abläufe
  • Neudefinition der Lernziele

Phase 3: Neugestaltung entwirft ein Zukunftskonzept, das allen SchülerInnen und Studierenden Möglichkeiten zur Entfaltung bietet und sie mit den Fähigkeiten ausstattet, besser mit Unsicherheit und Veränderung umzugehen. In dieser Phase werden die besten Ideen traditioneller Ansätze, innovative Methoden sowie Erkenntnisse aus dem Remoteunterricht kombiniert, um daraus neue, flexible und agile hybride Lernmodelle zu schaffen. Die momentane Unsicherheit hat ein Schlaglicht auf die Frage geworfen, wie Lernen im Jahr 2020 und darüber hinaus aussehen muss. Für die Neugestaltung von Lernen müssen wir eine eingehende Analyse unserer bisherigen Kenntnisse über das Lernen, die Bedürfnisse unserer SchülerInnen und Studierenden, die neue Rolle von Technologie sowie die komplexen Herausforderungen einer unsicheren Zukunft vornehmen.

Wir haben sechs entscheidende Fragen definiert, die für diesen Prozess und die Einbeziehung aller Interessensgruppen von zentraler Bedeutung sind:

  1. Welche Kenntnisse, Fähigkeiten und Eigenschaften benötigen unsere SchülerInnen und Studierenden, um in dieser komplexen Welt erfolgreich zu sein?
  2. Welche Art von Lernen ist mit Blick auf die gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen am geeignetsten?
  3. Wie stellen wir Chancengleichheit sicher?
  4. Wie gewährleisten wir das Wohlergehen?
  5. Welche Erkenntnisse haben wir aus dem Remoteunterricht gezogen?
  6. Wie kann die Technologie für zukünftiges Lernen optimal genutzt werden?

Bei der Diskussion um neue Möglichkeiten des Lernens ist man sich weitgehend einig darüber, dass der traditionelle, sich auf Frontalunterricht und Lehrbücher stützende Ansatz ausgedient hat. Stattdessen wird der Ruf nach neuen Lernformen laut, die SchülerInnen und Studierende stärker einbeziehen und ein realitätsbezogeneres Lernerlebnis bieten. Erste Erfolge bei der Umsetzung dieser Ziele konnten bereits mithilfe von Deep Learning-Modellen verzeichnet werden. Deep Learning beschreibt eine nachhaltige Vermittlung von Wissen durch personalisierte, teamorientierte Herangehensweisen, bei denen die SchülerInnen und Studierenden im Mittelpunkt stehen. Indem sie Themen mit hoher Relevanz für sich selbst behandeln, soll ihre Eigenmotivation gesteigert werden. Nur wenn Lernumgebungen die Meinungen und Ideen aller SchülerInnen und Studierenden berücksichtigen, entwickeln diese das Gefühl, tatsächlich etwas bewirken zu können. Die Schlüssel für gute Lernerfahrungen – Interaktion und Einbeziehung – stehen bei diesem, auf die Lernenden konzentrierten Modell im Fokus. Es geht darum, Meinungen zu hören, Wahlmöglichkeiten zu bieten und Handlungskompetenz zu vermitteln.

Wie sieht qualitativ hochwertiges, hybrides Lernen aus? Technologie wird eine zentrale Rolle bei der Befriedigung zweier Grundbedürfnisse der Menschheit – Wohlbefinden und Bildung – spielen. Während der Phasen Disruption und Übergang ist Technologie entscheidend für die Verbindung zwischen Gesellschaft sowie SchülerInnen und Studierenden. Es hat sich gezeigt, dass Technologie weit mehr leisten kann als die reine Bereitstellung von Informationen, wenn sie als Tool für das gemeinsame Arbeiten, das Entdecken und Vermitteln von Wissen sowie die Entwicklung von Handlungsstrategien eingesetzt wird. Das Wohlergehen (mental und körperlich) und die damit verbundenen Beziehungen sind wiederum Grundvoraussetzung für das Lernen. Und nicht zuletzt das Lernen selbst wird das Selbstverständnis von Kindern und Jugendlichen fördern und diese motivieren, zu einer besseren Welt für sich selbst und andere beizutragen.

Es zeigt sich, dass Technologie weit mehr leisten kann als die reine Bereitstellung von Informationen, wenn sie als Tool für das gemeinsame Arbeiten, das Entdecken und Vermitteln von Wissen sowie die Entwicklung von Handlungsstrategien eingesetzt wird. @NewPedagogies #NPDL @Joannequinn88 @michaelfullan1…

Jedes Kind verdient die bestmögliche Bildung. Überall auf der Welt wächst die Erkenntnis, dass die Bildungssysteme sich verbessern und neue Ansätze ausprobieren müssen, um diesem Versprechen gerecht zu werden. Um das Wohlergehen und den akademischen Erfolg aller SchülerInnen und Studierenden zu gewährleisten, müssen wir die Lehrpläne, die Lehr- und Beurteilungspraxis, die Rolle von Lehrkräfte sowie SchülerInnen und Studierenden in der Lernumgebung und vieles mehr neu überdenken.

Wir glauben, dass die plötzliche und unglaublich herausfordernde Umstellung auf den Remoteunterricht Schulleitungen und Lehrkräfte weltweit zu einem intensiven Nachdenken darüber angeregt hat, was für die SchülerInnen und Studierenden am besten funktioniert und welche Innovationen aufgegriffen werden müssen. Dies wiederum kann ein Katalysator für wichtige politische Veränderungen sein. Es wird Kreativität und viel Arbeit erfordern, um diese Veränderungen voranzutreiben und gleichzeitig ein positives Lernerlebnis für SchülerInnen und Studierende sowie das Wohlergehen aller Beteiligten zu gewährleisten. Die Früchte dieser Transformation kommen der gesamten Gesellschaft zugute.

Darum müssen wir jetzt handeln.

Weitere Informationen zu diesem brandaktuellen Thema finden Sie in unserem vollständigen Positionspapier. Wir hoffen, dass diese Informationen Sie bei der Umgestaltung von Unterricht und Bildung im Allgemeinen unterstützen werden.

Erfahren Sie mehr über die Zukunft des Lernens

Dieses Positionspapier untersucht den anhaltenden Paradigmenwechsel in der Bildungsbranche, hervorgerufen durch die Covid-19 Pandemie

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