Lesezeit, 6 min.

Von Michael Fullan und Joanne Quinn, Global Directors bei New Pedagogies for Deep Learning Veröffentlicht am 8. Juni 2020 um 10:00 Uhr

ein Mann, der auf einem Bett sitzt

Wir freuen uns, Ihnen unser neues Positionspapier „Bildung neu gedacht: Die Zukunft des Lernens“, ein gemeinsames Projekt von Microsoft und New Pedagogies for Deep Learning vorstellen zu können.

Die Lösungen liegen auf der Hand. Wir haben die Möglichkeit, kreative Antworten auf die drängendsten Fragen zu finden und aus dieser Erfahrung zu lernen. So können wir unser Bildungssystem nachhaltig verändern. @NewPedagogies #NPDL @Joannequinn88

Die COVID-19-Pandemie hat eine Ideenflut in den betroffenen Gruppen ausgelöst, die sich allesamt mit der Frage beschäftigen, wie Bildung neu gestaltet werden kann. Dabei wird insbesondere darüber diskutiert, wie sich die durch die Pandemie neu entstehenden Möglichkeiten am besten nutzen lassen. Nun muss es darum gehen, die einzelnen Meinungen zusammenzuführen und konkrete Handlungsansätze für ein besseres Lern- und Lehrerlebnis und eine effektivere Methodik zu entwickeln.

In unserem Positionspapier behaupten wir, dass die Lösungen auf der Hand liegen. Wir haben die Möglichkeit, kreative Antworten auf die drängendsten Fragen zu finden und aus dieser Erfahrung zu lernen. So können wir unser Bildungssystem nachhaltig verändern.

Wir erläutern in einem Drei-Phasen-Plan, wie wir von der momentanen Krise ausgehend das Bildungssystem für die Zukunft fit machen:

Phase 1: Disruption beschreibt die unmittelbaren Reaktionen und die Lehren aus den ersten Monaten der Schulschliessungen. Diese Phase gliedert sich wiederum in drei Zonen mit unterschiedlichen Herausforderungen für die einzelnen Bildungssysteme: Unruhezone, Lernzone und Wachstumszone (siehe Seiten 3–4 des Positionspapiers). Die Übergänge zwischen den einzelnen Zonen sind dabei fliessend und nicht immer klar definiert, doch jede Zone legt jeweils offen, wo Handlungsbedarf für Institutionen und Individuen besteht.

Phase 2: Übergang beschreibt Strategien für die Wiedereröffnung anhand der Hilfe zur Wiedereröffnung von Schulen, während die Pandemie noch für Unsicherheit sorgt. Bei der allmählichen Wiedereröffnung von Schulen ist Flexibilität gefragt, da der neue Normalzustand sowohl Fern- als auch Präsenzunterricht umfassen kann. Die vier entscheidenden Handlungsvorgaben der Übergangsphase lauten:

  • Berücksichtigung des Wohlbefindens
  • Analyse gewonnener Erfahrungen
  • Gewährleistung sicherer Abläufe
  • Neudefinition der Lernziele

Phase 3: Neugestaltung entwirft ein Zukunftskonzept, das allen SchülerInnen und Studierenden Möglichkeiten zur Entfaltung bietet und sie mit den Fähigkeiten ausstattet, besser mit Unsicherheit und Veränderung umzugehen. In dieser Phase werden die besten Ideen traditioneller Ansätze, innovative Methoden sowie Erkenntnisse aus dem Fernunterricht kombiniert, um daraus neue, flexible und agile hybride Lernmodelle zu schaffen. Die momentane Unsicherheit hat ein Schlaglicht auf die Frage geworfen, wie Lernen im Jahr 2020 und darüber hinaus aussehen muss. Für die Neugestaltung von Lernen müssen wir eine eingehende Analyse unserer bisherigen Kenntnisse über das Lernen, die Bedürfnisse unserer SchülerInnen und Studierenden, die neue Rolle von Technologie sowie die komplexen Herausforderungen einer unsicheren Zukunft vornehmen.

Wir haben sechs entscheidende Fragen definiert, die für diesen Prozess und die Einbeziehung aller Interessensgruppen von zentraler Bedeutung sind:

  1. Welche Kenntnisse, Fähigkeiten und Eigenschaften benötigen unsere SchülerInnen und Studierenden, um in dieser komplexen Welt erfolgreich zu sein?
  2. Welche Art von Lernen ist mit Blick auf die gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen am geeignetsten?
  3. Wie stellen wir Chancengleichheit sicher?
  4. Wie gewährleisten wir das Wohlergehen?
  5. Welche Erkenntnisse haben wir aus dem Fernunterricht gezogen?
  6. Wie kann die Technologie für zukünftiges Lernen optimal genutzt werden?

Bei der Diskussion um neue Möglichkeiten des Lernens ist man sich weitgehend einig darüber, dass der traditionelle, sich ausschliesslich auf Frontalunterricht und Lehrbücher stützende Ansatz ausgedient hat. Stattdessen wird der Ruf nach neuen Lernformen laut, die SchülerInnen und Studierende stärker einbeziehen und ein lebensnaheres Lernerlebnis bieten. Erste Erfolge bei der Umsetzung dieser Ziele konnten bereits mithilfe von Deep Learning-Modellen verzeichnet werden. Deep Learning beschreibt eine nachhaltige Vermittlung von Wissen durch personalisierte, teamorientierte Herangehensweisen, bei denen die SchülerInnen und Studierenden im Mittelpunkt stehen. Indem sie Themen mit hoher Relevanz für sich selbst behandeln, soll ihre Eigenmotivation gesteigert werden. Nur wenn Lernumgebungen die Meinungen und Ideen aller SchülerInnen und Studierenden berücksichtigen, entwickeln diese das Gefühl, tatsächlich etwas bewirken zu können. Die Schlüssel für gute Lernerfahrungen – Interaktion und Einbeziehung – stehen bei diesem, auf die Lernenden konzentrierten Modell im Fokus. Es geht darum, Meinungen zu hören, Wahlmöglichkeiten zu bieten und Handlungskompetenz zu vermitteln.

Wie sieht qualitativ hochwertiges, hybrides Lernen aus? Technologie wird eine zentrale Rolle bei der Befriedigung zweier Grundbedürfnisse der Menschheit – Wohlbefinden und Bildung – spielen. Während der Phasen Disruption und Übergang ist Technologie entscheidend für die Verbindung zwischen Gesellschaft sowie SchülerInnen und Studierenden. Es hat sich gezeigt, dass Technologie weit mehr leisten kann als die reine Bereitstellung von Informationen, wenn sie als Tool für das gemeinsame Arbeiten, das Entdecken und Vermitteln von Wissen sowie die Entwicklung von Handlungsstrategien eingesetzt wird. Das Wohlergehen (mental und körperlich) und die damit verbundenen Beziehungen sind wiederum Grundvoraussetzung für das Lernen. Und nicht zuletzt das Lernen selbst wird das Selbstverständnis von Kindern und Jugendlichen fördern und diese motivieren, zu einer besseren Welt für sich selbst und andere beizutragen.

Es zeigt sich, dass Technologie weit mehr leisten kann als die reine Bereitstellung von Informationen, wenn sie als Tool für das gemeinsame Arbeiten, das Entdecken und Vermitteln von Wissen sowie die Entwicklung von Handlungsstrategien eingesetzt wird. @NewPedagogies #NPDL @Joannequinn88 @michaelfullan1

Jedes Kind verdient die bestmögliche Bildung. Überall auf der Welt wächst die Erkenntnis, dass die Bildungssysteme sich verbessern und neue Ansätze ausprobieren müssen, um diesem Versprechen gerecht zu werden. Um das Wohlergehen und den akademischen Erfolg aller SchülerInnen und Studierenden zu gewährleisten, müssen wir die Lehrpläne, die Lehr- und Beurteilungspraxis, die Rolle von Lehrkräfte sowie SchülerInnen und Studierenden in der Lernumgebung und vieles mehr neu überdenken.

Wir glauben, dass die plötzliche und unglaublich herausfordernde Umstellung auf den Remoteunterricht Schulleitungen und Lehrkräfte weltweit zu einem intensiven Nachdenken darüber angeregt hat, was für die SchülerInnen und Studierenden am besten funktioniert und welche Innovationen aufgegriffen werden müssen. Dies wiederum kann ein Katalysator für wichtige politische Veränderungen sein. Es wird Kreativität und viel Arbeit erfordern, um diese Veränderungen voranzutreiben und gleichzeitig ein positives Lernerlebnis für SchülerInnen und Studierende sowie das Wohlergehen aller Beteiligten zu gewährleisten. Die Früchte dieser Transformation kommen der gesamten Gesellschaft zugute.

Darum müssen wir jetzt handeln.

Wir hoffen, dass diese Informationen Sie bei der Umgestaltung von Bildung unterstützen.

Erfahren Sie mehr über die Zukunft des Lernens

Weitere Informationen zu diesem brandaktuellen Thema finden Sie in unserem vollständigen Positionspapier.

Entdecken Sie drei einstündige Kurse, die Ihnen helfen, Ihren Unterricht mit Technologie zu verbessern

Dieser Lernpfad zeigt Ihnen, wie Sie den traditionellen Unterricht im Klassenzimmer durch digitale Tools wie Microsoft Teams ergänzen können.

Entdecken Sie weitere verwandte Artikel pro Branche:

Bildungswesen

Detailhandel

  • Die Zukunft des stationären Handels im Schweizer Mittelstand

    Die Zukunft des stationären Handels im Schweizer Mittelstand

    Der Detailhandel unterliegt zurzeit einem Wandel, der durch technologische Innovationen getrieben ist. Microsoft Office 365 und Dynamics 365 ermöglichen es, Prozesse im Handel effizienter und effektiver zu gestalten. Melden Sie sich noch heute zu unserem Retail Event vom 23. April 2019 an, um zu erfahren, wie Sie diese Microsoft Lösungen in Ihrem Geschäft erfolgreich einsetzen […]

  • GDPR und Detailhandel: Vier GDPR-Anforderungen und wie Ihnen Microsoft dabei helfen kann

    GDPR und Detailhandel: Vier GDPR-Anforderungen und wie Ihnen Microsoft dabei helfen kann

    Erfahren Sie mehr darüber, wie wir Ihnen helfen können, die GDPR-Anforderungen mit Lösungen zu erfüllen, die schon jetzt verfügbar sind: Wir bewerten Ihr derzeitiges Risikoprofil „Wo erfülle ich schon jetzt die Konformität und worauf konzentriere ich mich als nächstes?“ Dies ist eine der häufigsten Fragen aus dem Detailhandel über die GDPR. Es ist auch die komplizierteste […]

Fertigung

Gesundheitswesen

Öffentliche Verwaltung

Entdecken Sie weitere verwandte Artikel pro Dossier:

Digital Transformation

  • eine Person, die mit einem Laptop an einem Tisch sitzt

    Konzentriertes und effizientes Arbeiten im Home-Office

    Manche von euch arbeiten in der jetzigen Situation bestimmt auch von Zuhause aus. Wie habt ihr euch eingerichtet? Wie sieht eure neue Arbeitssituation jetzt aus? Wir haben ein paar Tipps für euch zusammengestellt, auf was Ihr im Homeoffice achten sollt.    Tipp 1 – Einrichten des Arbeitsbereichs  Sucht euch in der Wohnung einen geeigneten Arbeitsplatz […]

Kundenreferenzen

  • HeadBrands ist für die Zukunft gerüstet – mit Microsoft 365 Business

    HeadBrands ist für die Zukunft gerüstet – mit Microsoft 365 Business

    Seit der Gründung 2010 verzeichnet HeadBrands ein stetiges Wachstum und wurde schnell zu Skandinaviens führendem Anbieter von Haarpflegeprodukten. HeadBrands benötigte eine moderne IT-Lösung, um die Unternehmensproduktivität zu steigern und die interne wie externe Zusammenarbeit zu verbessern. Im Zuge dieser Herausforderung ersetzte das Unternehmen seine bisherigen Lösungen durch Microsoft 365 Business: Diese völlig neue Lösung kombiniert […]

Sicherheit & Datenschutz

  • Eine sichere Umgebung für die Zusammenarbeit beginnt bei der IT

    Eine sichere Umgebung für die Zusammenarbeit beginnt bei der IT

    Als IT-Führungskraft müssen Sie die wachsenden Technologieanforderungen Ihres Unternehmens prognostizieren und darauf reagieren. Ihr Ziel ist eine Umgebung, die die effektive Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen allen Teammitgliedern fördert. Dazu implementieren Sie am besten eine Suite, die alle erforderlichen Tools für die Zusammenarbeit umfasst. Einzellösungen gehören der Vergangenheit an. Die Produktivität der Mitarbeiter wird steigen, und […]

Tipps

  • Eine Gruppe an einem Tisch

    Erfolgreicher Vertrieb dank einer zentralen Lösung für die Zusammenarbeit

    Kennen Sie den Grund dafür, warum der Vertrieb von Microsoft so erfolgreich ist? Zusammenarbeit. Sie bildet das Herzstück unserer Kultur und Lösungen. Unternehmen, die in Zusammenarbeit investieren, erzielen fünfmal häufiger hohe Leistungen. Zusammenarbeit könnte also zwischen Gewinn und Verlust entscheiden. Wissensarbeiter verbringen heute 50 % mehr Zeit bei der Zusammenarbeit als noch vor fünf Jahren. Das […]